Aktuelles

Workshop:
Teilungen Europas – Ideen, Politik, Praktiken

Doktoratskolleg „Austrian Studies“, FZ „Europakonzeptionen“, Institut für Musikwissenschaft luden vom 5. bis zum 7. Mai zu einem interdisziplinären Workshop nach Toblach/Dobbiaco. Aus dem Programm der Veranstaltung: Seit der Antike wird Denken und Handeln über und in Europa durch die Vorstellung von Unterschieden und Gegensätzen geprägt. Waren es anfangs noch griechische Unterteilung in „zivilisierte“ und „barbarische“ Regionen, wandelten sich die Kategorien der Vorstellung im Mittelalter durch eine religiöse Komponente. Damit wurden die „Anderen“ auch innerhalb der europäischen Bevölkerung identifiziert – neben eine räumliche trat eine gesellschaftliche Kategorisierung. Seit dem Spätmittelalter wurde sich Europa seiner Eigenheiten, aber auch seiner globalen Position bewusst – mit Folgen für Selbstverständnis und Bild der Anderen. Was Europa ausmacht, was seine Gemeinsamkeiten, was typisch europäische Normen und Verhaltensweisen sind, geriet in bis heute nicht endende Diskussionen. Zugleich entwarfen die Europäer nationale Stereotype, die mit dem Diskurs über die Staatsnation seit dem 18. Jahrhundert zusätzliche Aufladung erhielt. Insbesondere in der Romantik wurden nationale Kulturformen in der Musik und der darstellenden Kunst ideologisch überhöht, aber auch im zeitgenössischen Interesse verstärkt rezipiert und nationalromantisch aufgeladen. Für die Moderne ist kennzeichnend, dass innereuropäische Gegensätze meist in geographische Kategorien gegossen werden: Ost-West, Nord-Süd. Andere Kriterien wie etwa die Religion oder solche wirtschaftlich-sozialer Natur waren und sind damit aber nicht ausgeschlossen. Ziel des Workshops war es, die Frage nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Rezeptionen im Denken und/oder Handeln zu stellen und die damit verbundenen Folgen zu interpretieren.

Das Programm der Veranstaltung können Sie hier nachlesen.


Vortrag/Buchpräsentation:
Von Mitteleuropa nach Zentraleuropa
Vom Zerfall des Habsburgerreiches bis zum EU-Beitritt Österreichs

Die Akademie Meran/Accademia di Merano lud am 28. April zu einem Vortrag von Kurt Scharr sowie gleich mehreren Buchpräsentationen von Brigitte Mazohl.

Ein Abstract des Vortrags sowie die vorgestellten Bücher finden Sie hier.


Rezension zur Neuerscheinung:
Die bedeckte Halsgrube

Uwe Schwinghammer hat für die Dolomiten das jüngste Buch aus der ZEG-Reihe Erfahren-Erinnern-Bewahren, Hanna Goldmann, Die bedeckte Halsgrube. Erinnerungen aus den Jugendjahren einer Südtirolerin, herausgegeben, eingeleitet und bearbeitet von Brigitte Mazohl, rezensiert.

Hier gibt es die Rezension aus der Ausgabe vom 28.9.2021 als PDF zum Download.

Am 6. Mai stand das Buch im Mittelpunkt der Sendung Unser Land, mit Heike Tschennett auf Rai Südtirol.

Hier gibt es den Beitrag zum Nachhören und zum Downloaden.
Hier geht es zur Verlagswebseite.


Buchpräsentation/Vortrag:
Geschichte Südtirols

Die Akademie Meran/Accademia di Merano lud am 31. Mai 2021 zur Präsentation des Buches Geschichte Südtirols von Brigitte Mazohl und Rolf Steininger. Brigitte Mazohl sprach mit Schuldirektorin und Germanistin Martina Adami über das Buch, Südtirol und ihre Leidenschaft, Geschichte zu erzählen. Hier finden Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung:


Neuerscheinung:
Die bedeckte Halsgrube

Hanna Goldmann
Die bedeckte Halsgrube Erinnerungen aus den Jugendjahren einer Südtirolerin.
Herausgegeben, eingeleitet und bearbeitet von
Brigitte Mazohl (Erfahren-Erinnern-Bewahren 9)
Innsbruck 2021
Universitätsverlag Wagner, 140 Seiten.

Das neue Buch von ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl – aus dem Klappentext: Hanna Dalvai, verehelichte Goldmann, geboren am 18. Februar 1920 in Salurn an der südlichen Grenze der Provinz Bozen, hat in späteren Jahren als reife Frau ihre Erinnerungen an ihre kargen Kindheits- und Jugendjahre im Südtiroler Unterland (u.a. bei der gestrengen Tante Lora) niedergeschrieben. Sie erzählt anschließend auch von ihren Erfahrungen „fern von daheim“ (u.a. als „donna di servizio“ in Mailand) und berichtet über ihre abenteuerliche Reise – nach dem Zweiten Weltkrieg – über den Brenner zu ihrem in Österreich lebenden Mann. Dort standen beide allerdings vor dem Nichts und waren gezwungen, fünf Jahre lang in einem Flüchtlingslager in Eichat bei Absam mit ihren inzwischen zwei Kindern zu leben. Über diese schweren Jahre schreibt Hanna Goldmann ebenso eindrucksvoll wie über ihre unsagbare Freude, dann in Innsbruck in der Heilig-Jahr-Siedlung endlich eine Unterkunft zugewiesen bekommen zu haben, wo sie ihr weiteres Leben verbrachte.

Zur Verlagswebseite.


Tagung/Vortrag:
Kafka, Österreich und die Bürokratie

Die Akademie Meran/Accademia di Merano lud am 28. Oktober zur Kurztagung Kafka, Österreich und die Bürokratie mit Vorträgen von Ernst Bruckmüller (Wien) und Gianluca Cuozzo (Torino). Als Bürger der Habsburger-Monarchie und Angestellter der „Arbeiter-Unfallversicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag“, war Franz Kafka mit den sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten seiner Zeit und ihren bürokratischen Auswüchsen vertraut. In zwei Vorträgen und der folgenden Diskussion wurden sein Beitrag zum Verständnis der modernen Bürokratie sowie sein Österreich-Bild präsentiert.
Durch die Veranstaltung führten ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl und ZEG-Vorstandsmitglied Kurt Scharr.
Coronabedingt wurde die Veranstaltung live via Youtube gestreamt. Falls Sie nicht dabei sein konnten, finden Sie hier die Aufzeichnung der Veranstaltung:


Neuerscheinung:
Geschichte Südtirols

Brigitte Mazohl / Rolf Steininger [unter Mitarbeit von Alexander Piff],
Geschichte Südtirols,
München 2020
C. H. Beck, 288 Seiten.

Das neue Buch von ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl (gemeinsam mit Rolf Steininger und unter Mitarbeit von Alexander Piff) – aus dem Klappentext: Vom Ötzi über Oswald von Wolkenstein bis zu den Freiheitskämpfern um Andreas Hofer, von altsteinzeitlichen Spuren menschlichen Lebens über römerzeitliche Transitstrecken, mittelalterliche Burg- und Städte-gründungen bis ins von Kriegen erschütterte 20. Jahrhundert, das erst 1992 mit der Autonomie für die Südtiroler ein versöhnliches Ende fand: Brigitte Mazohl und Rolf Steininger erzählen die wechselvolle Geschichte dieser uralten Kulturlandschaft zwischen germanischem Norden und romanischem Süden.

Zur Verlagswebseite.

Die Neuerscheinung wurde vom Südtiroler Wochenmagazin ff zum Anlass genommen,  Autorin Brigitte Mazohl in ihrem Südtiroler Domizil in Grissian zu besuchen.  Herausgekommen ist ein ausführliches Porträt über Leben und Arbeit dieser umtriebigen Historikerin, die auch als Emerita nicht von ihrer großen Leidenschaft, der Geschichte, lassen kann.

Der Artikel auf der Webseite der ff (paywall) sowie ein Scan des Artikels zum Download.


Neues Forschungsprojekt:
Historische Landnutzung als Grundlage für
Klimaschutzmaßnahmen heute (HiLaK)

ZEG-Vorstandsmitglied und Professor für Österreichische Geschichte am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck, Kurt Scharr, ist Leiter eines in Zusammenarbeit zwischen ZEG, Universität Innsbruck, des Bundesforschungszentrums für Wald, der Technischen Universität München sowie dem bayerichen Landesamt für Umwelt durchgeführten Interreg-Projekts. Das mit 24.500 € dotierte Projekt erforscht historische Hochwasserereignisse im Alpenraum. Dazu wird vor allem die Waldnutzung um 1850 in den Blick genommen. Übergeordnetes Ziel ist ein besseres Verständnis des Landnutzungs- und Klimaeinflusses bei der Entstehung historischer sowie aktueller Hochwässer.
Laufzeit des Projekts: 01.09.2020 bis 30.04.2021

Das Projektposter zum Download.


 

Forschungsprojekt:
Quelle des Monats aus der Region
Tirol – Südtirol – Trentino

Im Rahmen des EUREGIO-Forschungsprojekts HISTOREGIO stellen ZEG-Mitarbeiter Alexander Piff und seine Kolleginnen monatlich eine neue Quelle zur Geschichte der Region Tirol – Südtirol – Trentino in den Fokus. Unter den Überschriften Technologie-Transformationen, Annexion Südtirols und Regionales Nationbilding wird hier anhand historischer Quellen Geschichte erfahrbar gemacht. Zugleich geben die ForscherInnen Einblick in ihre Arbeit, zeigen ihre Quellen, von denen sonst oft nur in einer Fußnote zu lesen ist: vom Werbeplakat für die Seilbahn auf den Ritten, über italienische Zeitungsartikel aus dem Herbst 1918, die vom Rückzug der österreichisch-ungarischen Truppen berichten, bis hin zur Zündholzschachtel, deren Design vom schwelenden Nationalitätenkonflikt in der Region zeugt.
Zur HISTOREGIO-Webseite mit allen Quellen des Monats geht es hier:

© Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino


Neuerscheinung:
Geschichte der Universität Innsbruck 1669–2019

Margret Friedrich / Dirk Rupnow (Hg.), Geschichte der Universität Innsbruk 1669–2019
(2 Bände bzw. 3 Teilbände),
Innsbruck 2019
Innsbruck University Press, 616 / 568 / 880 Seiten.

Anlässlich des 350. Geburtstags der Universität Innsbruck haben Historikerinnen und Historiker die wechselvolle Geschichte der Institution neu aufgerollt. An den zwei Bänden bzw. drei Teilbänden – Von der Gründung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (Bd. I, Teil 1), Die Universität im 20. Jahrhundert (Bd. I, Teil 2) sowie Aspekte der Universitätsgeschichte (Bd. II) – haben auch Mitglieder des ZEG bedeutend mitgewirkt, allen voran natürlich Mitherausgeberin Margret Friedrich. Gunda Barth-Scalmani hat einen ausführlichen Beitrag zu Teilband 1 des ersten Bandes beigesteuert. Weitere umfassende Teile stammen von Christof Aichner, ein Beitrag von Michael Span, die beide in der Vergangenheit ebenfalls in verschiedenen ZEG-Projekten mitgearbeitet haben.

Bestellt werden können die Bände – einzeln oder gesamt – hier.


Neuerscheinung:
„Wir gehen furchtbar ernsten Zeiten entgegen“

Matthias Egger, „Wir gehen furchtbar ernsten Zeiten entgegen“. Die Tagebuchaufzeichnungen von Markus Graf Spiegelfeld aus den Jahren 1917–1923 (Erfahren-Erinnern-Bewahren 8), Innsbruck 2019
Universitätsverlag Wagner, 312 Seiten

Der neueste Band der ZEG-Reihe Erfahren-Erinnern-Bewahren ist da: Die vorliegende Edition erschließt einen ebenso außergewöhnlichen wie bemerkenswerten Quellenbestand aus Privatbesitz: Die Tagebücher des ehemaligen Statthalters von Tirol, Markus Graf Spiegelfeld, aus den Jahren 1917 bis 1923. Spiegelfelds Aufzeichnungen eröffnen bislang kaum bekannte Einblicke in den Zerfall der Habsburgermonarchie, die Gründung der Ersten Republik und die unmittelbare Nachkriegszeit. Wahrnehmungen, Ressentiments, Hoffnungen und Ängste eines Angehörigen der alten Eliten der Habsburgermonarchie lassen sich dabei ebenso greifen wie der kriegsbedingte Desillusionierungsprozess. Den Tagebüchern kommt daher keineswegs nur regionalgeschichtliche Relevanz zu, sondern sie halten für die Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen auf österreichischer und europäischer Ebene Erkenntnisgewinne bereit.
Abgerundet wird der Band durch eine ausführliche Biografie, den Abdruck einschlägiger Zeitungsartikel, die Spiegelfeld in den Jahren 1917/18 in seiner bevorzugten Tageszeitung, der „Neuen Freien Presse“, veröffentlichte, seine 1922/23 verfassten Charakterskizzen von Kaiser Franz Joseph, Erzherzog Franz Ferdinand und Erzherzog Eugen sowie durch zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotografien.

Zur Verlagswebseite.


Forschungsprojekt:
Historegio

Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den drei Euregio-Universitäten (Bozen, Innsbruck, Trento) in der Erforschung der Regionalgeschichte und die Förderung junger HistorikerInnen aus dem Gebiet der Euregio: Das ist das Ziel des Projektes Historegio.

© Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino

Ein wesentliches Ziel des Projekts ist es, die regionalgeschichtliche Forschung der drei Universitäten aufzuwerten und auf eine kooperative Grundlage zu stellen. Im Rahmen von Historegio sollen dabei vor allem junge HistorikerInnen gefördert und Forschungsprojekte zu zentralen Themen der Tiroler Regionalgeschichte durchgeführt werden. Im Zentrum steht ein Schwerpunkt, der sich mit Blick auf das Centenaire von 1918/19 mit der Geschichte des historischen Tirol in den entscheidenden Jahren zwischen Ende des Ersten Weltkrieges und der Annexion Südtirols beschäftigt. Aber auch andere, bisher wenig erforschte Themen sollen nun angegangen werden, etwa die Frage nach dem regionalen „Nationbuilding“, also den nationalen Gegensätzen im Raum Tirol im 19. und 20. Jahrhundert, und dem technologischen Fortschritt der letzten 200 Jahre und seinen Auswirkungen im Alpenraum. Neben der Forschungsförderung sollen die Initiativen von Historegio auch dazu beitragen, die Geschichtsvermittlung für ein breiteres, historisch interessiertes Publikum zu intensivieren. Zusätzlich zur Publikation der Forschungsergebnisse soll Regionalgeschichte den Menschen auch über die sozialen Medien nahegebracht werden. Ferner soll der interkulturelle Wissensaustausch durch die Übersetzung regionalgeschichtlicher Publikationen in die jeweils andere Sprache (Deutsch/Italienisch) gefördert werden, um die Bevölkerung der Euregio für die Themen der gemeinsamen Geschichte zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang sind darüber hinaus Vorträge und Geschichtsinitiativen in allen Teilen der Euregio geplant.

Das Projekt wurde am 28. Juni 2018 in Bozen präsentiert. Nach Grußworten von  Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Beate Palfrader stellten die Projektmitwirkenden Oswald Überegger (Bozen), Brigitte Mazohl und Alexander Piff (Innsbruck) sowie Andrea Leonardi und Franceso Frizzero (Trento) die einzelnen Projektteile vor.
Das erste Medienecho war beträchtlich – hier die Links zu den verschiedenen Berichten:
https://www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/artikel/historegio/
http://www.regioni.it/dalleregioni/2018/06/28/historegio-ricerca-storica-comune-per-leuregio-567814/
http://tirol.orf.at/news/stories/2921527/
https://www.suedtirolnews.it/unterhaltung/kultur/historegio-europaregion-setzt-auf-gemeinsame-geschichtsforschung
https://www.youtube.com/watch?v=ofwMNhrjRLA


 

Ringvorlesung zum NACHSEHEN und NACHHÖREN:
Am Ende ein Anfang.
Vom Habsburgerreich in die Erste Republik

Im Sommersemester 2018 veranstalteten das Institut für Geschichtswissenschaft und Europäische Ethnologie und das Institut für Zeitgeschichte eine Ringvorlesung anlässlich des Endes der Habsburgermonarchie und des Beginns der Ersten Republik in Österreich vor 100 Jahren. Hochkarätige Expertinnen und Experten aus verschiedenen Teilen Europas widmeten sich dem Umbruchsjahr 1918 und beleuchteten es aus verschiedenen Perspektiven.
Am 14. März gab es auch eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion (Bundespräsident a. D. Heinz Fischer, Historiker Oliver Rathkolb, Monika Sommer-Sieghart vom Haus der Geschichte, und Helmut Wohnout aus dem Bundeskanzleramt bzw. vom Bundespressedienst) zum Auftakt.

Wo: Innsbruck; Innrain 53 (Universitäts-Hauptgebäude), 2. Stock, Hörsaal F; (Mittwoch, 14. März 2018: Ursulinensäle, Innrain 5-7)
Wann: mittwochs, ab 17.15 Uhr (Mittwoch, 14. März 2018, ab 18.00 Uhr)

Das Programm als Download.
Hier zum NACHHÖREN die Aufzeichnung des Innsbrucker Radiosenders Freirad:
https://cba.fro.at/series/100-jahre-republik-oesterreich
NACHSEHEN via Newsroom der Universität Innsbruck im Dossier „Hundert Jahre Republik“:
https://www.uibk.ac.at/newsroom/dossier-100-jahre-republik.html