Aktuelles

Neuerscheinung/Buchpräsentation:
Das Zillertal.
„so sehr durchkreuzet und vermischt“
Geschichten von 1750–1816

Erst seit 1816 gehört das Zillertal als Ganzes zu Tirol. Ellinor Forster und Bernhard Mertelseder haben anlässlich des diesjährigen Jubiläums Grenzgeschichten aus dem Zillertal gesammelt; aus einer Zeit, als die Grenze zwischen tirolerischen und salzburgischen Territorien zum Teil mitten durch die Dörfer ging. Dass diese Situation für Konflikte sorgte, ist wenig verwunderlich. In diesem Buch werden sie anschaulich und unterhaltsam, und dennoch auf hohem wissenschaftlichen Niveau nachgezeichnet.
Vermittelt und realisiert mit Unterstützung des ZEG (Zentrum für Erinnerungskultur und Geschichtsforschung), herausgegeben vom Planungsverband Zillertal bzw. den Gemeinden des Tales.


Ellinor Forster, Bernhard Mertelseder, Das Zillertal. „so sehr durchkreuzet und vermischt“
Geschichten von 1750–1816.

Das Buch wird am 26. November im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „200 Jahre Zillertal bei Österreich“
vorgestellt:

Schloss Fügen, 18.00 Uhr.

Erhältlich ist das Buch über den Planungsverband Zillertal.

 


Neuerscheinung/Buchpräsentation:
Die Festungen im Alttiroler Raum
I forti militari nel Tirolo storico

Die Franzensfeste kennt jeder. Egal ob man per Zug oder auf der Autobahn an ihr vorüberfährt, sie zieht neugierige Blicke auf sich – eine moderne „Burg“. Es ist der wohl bekannteste, beileibe jedoch nicht der einzige Festungsbau im Alttiroler Raum. Auf zwei internationalen Kolloquien des Südtiroler Landesarchivs befassten sich Historikerinnen und Historiker mit Errichtung, Funktion und Nutzung derartiger Bauten in der Region zwischen Vormärz und Gegenwart. Der von Gustav Pfeifer herausgegebene Sammelband behandelt u. a. die Militärstrategien der Habsburgermonarchie im 19. Jahrhundert, die regionalen Folgen des Ersten Weltkrieges, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Festungsbauten ebenso wie Bautechnik und Architektur. Die ZEG-Vorstandsmitglieder Brigitte Mazohl, Gunda Barth-Scalmani und Ellinor Forster haben ebenfalls Beiträge beigesteuert.


Gustav Pfeifer (Hg.), Die Festungen im Alttiroler Raum | I forti militari nel Tirolo storico. Akten der Internationalen Franzensfester Kolloquien vom 15. November 2013 und 10. Oktober 2014 […] (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs, Sonderband 3)
Bozen 2016
Edition Raetia, 400 S.

Das Buch wird am 29. November in Bozen vorgestellt:
Ansitz Rottenbuch, A.-Diaz-Straße 8, Bozen-Gries, 17.00 Uhr.

 


 

“Nachts hörten wir Hyänen und Schakale heulen.”
Das Tagebuch eines Südtirolers aus dem Italienisch-Abessinischen Krieg 1935-1936

1935 wurde ein Südtiroler Bauernsohn als Bersagliere nach Abessinien eingeschifft. Er war mitten drin im faschistischen Eroberungskrieg, den Italien entfesselte und mit bis dahin kaum gekannter Brutalität führte, erzählt von Leichenhaufen, heulenden Hyänen und Pastasciutta…
Markus Wurzer hat das Tagebuch dieses jungen Mannes aus der Gegend von Sterzing aufbereitet, kommentiert und kontextualisiert. Das Ergebnis seiner Arbeit ist nun als Band der vom Zentrum für Erinnerungskultur und Geschichtsforschung herausgegebenen Reihe “Erfahren-Erinnern-Bewahren” erschienen.
Ein seltenes Stück Geschichte, gründlich aufbereitet und mit beeindruckenden Fotografien ergänzt.


Markus Wurzer, “Nachts hörten wir Hyänen und Schakale heulen.” Das Tagebuch eines Südtirolers aus dem Italienisch-Abessinischen Krieg 1935-1936,
Innsbruck 2016
Universitätsverlag Wagner, 164 S.

 


 

Symposion
Franz Joseph I. und die Erinnerung an die Habsburgermonarchie

Pietzner, Carl (1853-1927) - Emperor Franz Josef I - ca 1885

Am 21. Oktober 1916 starb Kaiser Franz Joseph I. Anlässlich seines einhundertsten Todestages laden Österreichische Nationalbibliothek und Kommission für Neuere Geschichte Österreichs zu einem prominent besetzten Symposion nach Wien.
An den Panel-Diskussionen werden auch Brigitte Mazohl und Gunda Barth-Scalmani – beide aus dem Vorstand des ZEG – teilnehmen.

Gemeinsam mit anderen ExpertInnen diskutieren sie über den „ewigen Kaiser” und die Erinnerung an die Habsburgermonarchie. Wie sieht die Öffentlichkeit heute den Kaiser und „sein” Reich? Wie wurde Franz Joseph zum identitätsstiftenden Symbol und zum ersten Medienstar der österreichischen Geschichte? Was sind die Kontinuitäten und Bruchlinien auf dem Weg Österreichs von der Monarchie zur Republik? Hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts unsere Sichtweisen und Bewertungen verändert? Was sind die aktuellen Lehren aus dem Zusammenbruch des supranationalen Reiches in Zentraleuropa?

Ort: Augustinertrakt der Nationalbibliothek, Josefsplatz 1, 1010 Wien
Zeit: 21. November 2016, 10.00 Uhr
Achtung: Es wird um Anmeldung unter bildarchiv@onb.ac.at bis zum 17. November gebeten.

Das Programm gibt es hier.

 

Und am 23. und 24. November geht die Beschäftigung mit Franz Joseph I. dann gleich in die nächste Runde:
Das Österreichische Historische Institut Rom hat für diese zwei Tage internationale ExpertInnen geladen, die sich intensiv mit unterschiedlichen Aspekten rund um die Person des Kaisers und seiner Zeit beschäftigen werden. Besonderer Fokus wird unter anderem auf Francesco Giuseppes Rolle im Zusammenhang mit dem italienischen Risorgimento liegen.

Brigitte Mazohl hat das Schlusswort.

Ort: Istituto Storico Austriaco – viale Bruno Buozzi, 113 (23. Nov.); Vittoriano, Sala Verdi – ingresso via S. Pietro in Carcere (24. Nov.)
Zeit: 23. u. 24. November 2016
Achtung: Vorträge in Deutsch, Italienisch und Englisch.

Das Programm gibt es hier.


 

Walther-von-der-Vogelweide-Preis
für
em. Univ.-Prof. Dr. Brigitte Mazohl


Es gibt Grund zum Feiern!
ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl wurde von der Stiftung “Walther-von-der-Vogelweide-Preis” als Preisträgerin 2016 auserkoren. Sie erhält den nur alle drei Jahre vergebenen Hauptpreis als Auszeichnung für ihr Lebenswerk.
Herzliche Gratulation!

Die feierliche Verleihung findet am Freitag, 21. Oktober ab 17.00 Uhr im Bozner Waltherhaus statt.

Einen kurzen Überblick über die beeindruckende Karriere von Brigitte Mazohl und nähere  Infos zum Walther-von-der-Vogelweide-Preis hier und hier.

 


 

Montafoner Gipfeltreffen
Sterben in den Bergen


Bereits zum dritten Mal lädt das Montafoner Gipfeltreffen WissenschaftlerInnen auf den Berg. Diesmal steht das “Sterben in den Bergen” im Fokus. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nähern sich die Vortragenden dem Thema an. Dabei soll es nicht allein um den Alpenraum gehen, sondern um “Berg und Gebirge in ihren globalen Dimensionen”.
Auch ZEG-Vorstandsmitglied Hermann Kuprian steuert einen Beitrag bei: “Heldentod in den Bergen? Soldatisches Sterben an der Dolomitenfront im Ersten Weltkrieg”

Ort: Pfarrsaal Schruns (Sternensaal), Jakob Stemer Weg 10, 6780 Schruns
Zeit: 18.–22. Oktober 2016

Das Programm als PDF

 


 

Ringvorlesung
Reformation – Konfessionskulturen – Räume


Anlässlich des Refomationsjubiläums im Jahr 2017 veranstalten das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie und die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck – namentlich Gunda Barth Scalmani, Stefan Ehrenpreis und Reinhard Meßner – im Wintersemester 2016/17 diese interdisziplinär und international besetzte Ringvorlesung.
Nach eröffnenden Vorträgen über den Reformator Martin Luther und die Reformation als gesamteuropäisches Ereignis sollen in einer ersten Sektion verschiedene Räume der reformatorischen Bewegung (Alttirol, Oberitalien, Ungarn, Siebenbürgen, Slowenien etc.) – und in ihnen die Diversität der Bewegung selbst – in den Blick genommen werden.
Eine zweite Gruppe von Vorträgen wird die Formierung der Konfessionskulturen vorstellen und – in Erweiterung des Konfessionalisierungsparadigmas – die religiösen, sozialen, mentalen, lebensweltlichen Spezifika der verschiedenen Konfessionschristentümer  analysieren, wie sie sich nach der Reformation und nach dem Konzil von Trient herausgebildet haben.
In einem dritten Schritt sollen schließlich die langfristigen Wirkungen und Transformationen der Reformation in den modernen Gesellschaften des 19. und 20. Jahrhunderts und die bis heute prägenden Faktoren im ökumenischen Gespräch der Gegenwart thematisiert werden.

Ort: Hörsaal 1, Theologische Fakultät, Karl-Rahner-Platz 3, Innsbruck
Zeit: jeweils donnerstags von 18.00 bis 19.30 statt, Start ist am 6.Oktober

Das Programm als PDF

 


 

Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte
Colloqui bolzanini di storia regionale


“Geschichte und Region” lädt alle Interessierten herzlich zu den Bozner Gesprächen zur Regionalgeschichte ein, der internationalen Nachwuchstagung zum ‘state of the art’ der europäischen Regionalgeschichte. ZEG-Vorstandsmitglied Ellinor Forster ist ebenfalls mit von der Partie und übernimmt den Vorsitz des Panels “Region als Verwaltungs- und Herrschaftsraum” (Freitag, 16. Sept.). Die Sprachen der Veranstaltung sind Deutsch und Italienisch, es wird simultan gedolmetscht.
Ort: Kolpinghaus Bozen
Zeit: 15. bis 17. September 2016

Das Programm als PDF

 


 

Neuerscheinung:
Translating War.
Der Erste Weltkrieg und seine kulturelle Verarbeitung


Am 11. Dezember 2014 widmete sich eine Klassensitzung der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der übrigens ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl als Präsidentin vorsitzt, der kulturellen Verarbeitung des Ersten Weltkrieges. In der nun erschienenen Broschüre finden sich die fünf zu diesem Anlass präsentierten Referate von Michael Rössner, Aage A. Hansen-Löve, Stefan Schmidl, Werner Telesko und Matthias Karmasin, die sich aus jeweils der Perspektive Ihrer Disziplinen – von der Literaturgeschichte über Slawistik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaft – des Themas angenommen haben. Abgerundet wird die Publikation durch einen Kommentar des Amerikanisten Waldemar Zacharasiewicz.
Eine Annäherung an das “unerschöpfliche Forschungsfeld” Erinnerungskultur, wie es im Vorwort heißt…

Brigitte Mazohl (Hg.),
Translating War. Der Erste Weltkrieg und seine kulturelle Verarbeitung
(Forschung und Gesellschaft 9),
Wien 2016,
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 62 S.

 


 

Tagung
14/18 – Die Schweiz und der Erste Weltkrieg


Der Erste Weltkrieg wird als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. In ganz Europa existieren aufgrund der tiefen Zäsur spezifische Erinnerungen an die Kriegsjahre. Diese Erinnerungen formten sich nach Kriegsende zu identitätsstiftenden Erinnerungskulturen auch der neutralen Staaten. Heute stehen die verschiedenen nationalen und regionalen Erzählungen teilweise im Widerspruch zu den Narrativen der europäischen Integration. Die wissenschaftliche Tagung findet im Rahmen der Sonderausstellung «14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg» (15. April bis 23. Oktober 2016) statt.
Am 16. September spricht Hermann Kuprian, ZEG-Vorstandsmitglied und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre des Instituts für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck, über «Die (geschichts-)politische und  erinnerungs-kulturelle Deutung des Ersten Weltkriegs in der historischen Region Tirol nach 1918».

Ort: Historisches Museum Thurgau, Altes Zeughaus Frauenfeld
Zeit: 15. und 16. September 2016

Das Programm als PDF

 


Online-Datenbank
“Tote Tiroler”


Peter Andorfer, langjähriger ZEG-Mitarbeiter und nunmehr am Austrian Center for Digital Humanities (ACDH) der ÖAW, ist in seiner Diplomarbeit der Frage nachgegangen, wie viele Tiroler im Rahmen der Kampfhandlungen des Aufstandes 1809 gefallen sind. Er hat also dort weitergeforscht, wo Hans Kramer 1940 aufgehört hat.
Ein vorläufiges Ergebnis seiner Recherchen ist ein Verzeichnis von 971 “toten Tirolern”, untergliedert nach Namen, Geburtsort, Landgerichtszugehörigkeit, Beruf, Todeszeitpunkt, -ort und -ursache. Und dieses ist nun hier kostenlos und bequem für jede/n zugänglich.
Hinweis: Es handelt sich bei der verlinkten Webseite um ein Stück “work in progress”, die Datenbank befindet sich noch im Aufbau. Fragen, Wünsche, Anregungen und Beschwerden sind erwünscht, so Peter Andorfer.

 


Neuerscheinung
Geschichte Österreichs


Christian Lackner / Brigitte Mazohl / Oliver Rathkolb / Thomas Winkelbauer,
Geschichte Österreichs, hg. v. Thomas Winkelbauer,
Stuttgart 2015
Reclam, 647 S.

 Aus der Beschreibung des Verlages:
»In dieser Geschichte Österreichs schreiben fünf Spezialisten, allesamt Professoren an den Universitäten Wien und Innsbruck, über die großen Epochen und Zäsuren in Österreichs Geschichte.
Am Anfang steht ein Blick in die Zeit der Römer in Österreich und ins Frühmittelalter. Der Aufstieg der Habsburgermonarchie zu einer europäischen Großmacht, die Herrschaft Maximilian I., der Siebenjährige Krieg, der Niedergang des Hauses Habsburg nach dem Ersten Weltkrieg, die kurze demokratische Phase der Ersten Republik, die Jahre des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus mit dem »Anschluss« Österreichs an Deutschland, die Entwicklung der Zweiten Republik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – all diese historischen Ereignisse und Prozesse werden jeweils mit einem kurzen Epochenüberblick skizziert und anschließend ausführlich analysiert.
Eine so fundierte Geschichte Österreichs hat es lange nicht mehr gegeben.«

 


“Ich verfluchte Gott und den Teufel…”
Tiroler Gesichter der Katastrophenjahre des Ersten Weltkriegs

Dem “Krieg ein Gesicht” geben, zumindest Einzelne aus der Anonymität der betroffenen Massen hervorholen. Das wollen Bernhard Mertelseder und Michael Forcher mit ihrem bei Haymon erschienenen Band “Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol 1914-1918″. Gemeinsam mit mehreren Co-Autorinnen und -Autoren haben sie Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs aus Tirol, Südtirol und dem Trentino aufbereitet, die sich nicht in Archiven finden, sondern in Familienalben, auf Dachböden, in Ortschroniken…
“Geschichte von unten”, anschaulich aufbereitet:


Michael Forcher / Bernhard Mertelseder (Hg.), Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol
1914-1918, Innsbruck-Wien 2015
Haymon, 304 S.