Aktuelles

Neues Forschungsprojekt:
„Vigiljoch. Die Geschichte des Marlinger Berges“ (Arbeitstitel)

In Zusammenarbeit mit Initiator Dr. Arch. Albert Torggler und diehistoriker.at wird das ZEG an der Aufarbeitung der Geschichte des Vigiljochs in Südtirol mitwirken. Ziel des Projekts ist die Herausgabe einer Publikation zur historischen Entwicklung dieses geschichtsträchtigen Stückes Südtiroler Bergwelt.
Der Fokus der einzelnen von Ellinor Forster (ZEG), Maria Heidegger und Gerhard Siegl (diehistoriker.at) sowie Albert Torggler zu erarbeitenden Beiträge wird auf der Zeit vor dem Seilbahnbau beziehungsweise der Eröffnung dieser Pionieranlage im Jahre 1912 liegen. Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region rund um den und am Berg soll dabei auf diesem Weg – mit einem Blick zurück bis in das 18. Jahrhundert – ebenso thematisiert werden, wie die vielen Erzählungen, die sich rund um den „Marlinger Berg“ ranken.
Der Band erscheint voraussichtlich – zu Beginn der Bergsaison – im Frühjahr 2019.


 

Vortrag:
200 Jahre Franziszeischer Grundsteuerkataster.
Beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen für Staat, Raum und Gesellschaft

Der Tiroler Geschichtsverein lädt am Donnerstag, den 25. Jänner 2018 zu einem Vortrag ins Innsbrucker Zeughaus. Kurt Scharr, Professor für Österreichische Geschichte und stellvertretender ZEG-Obmann spricht über den 200. Geburtstag des Franziszeischen Grundsteuerkatasters.
Aus dem Einladungsflyer:
„Mitte des 18. Jahrhunderts drängten die Reformbewegungen Europas auch in die habsburgischen Länder hinein. Im Gedankengebäude des aufgeklärten Absolutismus verdichteten sich Ansätze zur Umgestaltung des Staatswesens und erreichten eine neue Dynamik. Die staatliche Modernisierung bedurfte nicht mehr nur einer definierten Grenze nach außen, sondern vielmehr ebenso einer Territorialisierung nach innen. Dafür musste eine zentral organisierte, ebenso geordnete wie regelmäßige und von ständischem Einfluss weitgehend befreite Finanzierung sichergestellt werden. Im Vordergrund stand die Idee einer gerechten Steuer. Der Umbau der Gesellschaftsordnung war, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr einzubremsen, zumal die prekäre Finanzsituation kaum Alterativen bot. Die unter Franz I. aufgenommene Katastralvermessung des Kaiserreiches schien dafür eine Lösung zu eröffnen. In ihrer unmittelbaren Wirkung mögen die Reformen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts nur von kurzer Dauer gewesen sein. Bewertet man diese jedoch im Gesamtbild eines sich gerade konstituierenden modernen Staates, so besaßen diese Schritte eine im Nachhinein klar erkennbare Wirkungskontinuität, die bis heute spürbar bleibt.“

Wo: Zeughaus Innsbruck
Wann: Donnerstag, 25. Jänner 2018, 19.00 Uhr

Der Einladungsflyer als Download

 


 

Ringvorlesung:
Am Ende ein Anfang.
Vom Habsburgerreich in die Erste Republik

Im Sommersemester 2018 veranstalten das Institut für Geschichtswissenschaft und Europäische Ethnologie und das Institut für Zeitgeschichte eine Ringvorlesung anlässlich des Endes der Habsburgermonarchie und des Beginns der Ersten Republik in Österreich vor 100 Jahren. Hochkarätige Expertinnen und Experten aus verschiedenen Teilen Europas werden das Umbruchsjahr 1918 aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Wo: siehe vorläufiges Programm
Wann: mittwochs, ab 17.15 Uhr (Mittwoch, 14. März 2018, ab 18.00 Uhr)

Das vorläufige Programm (vorbehaltlich allfälliger Änderungen) als Download.

 


 

Tagung:
Auslaufmodell – Zukunftsmodell?
Wie modern war die Habsburgermonarchie?

Anlässlich des Endes der Habsburgermonarchie vor 100 Jahren widmet sich eine Tagung in der Akademie deutsch-italienischer Studien in Meran der Frage nach dem Wesen dieses oftmals als rückständig dargestellten europäischen Staatengebildes.
Mit Brigitte Mazohl, Pieter M. Judson, Marco Bellabarba, Kurt Scharr, Franz Fillafer, Margret Friedrich, Ulrike Tanzer, Werner Telesko, Arnold Suppan und Johannes Feichtinger wurde ein ganzer Reigen an Kennerinnen und Kennern der österreichischen Geschichte nach Meran eingeladen. Auch das ZEG ist mit Brigitte Mazohl, Kurt Scharr und Margret Friedrich stark vertreten.
Violinist Carlo Feige wird im Rahmen eines Konzerts am Donnerstag, den 31. Mai, ab 19.00 Uhr in die Musik der Neuen Wiener Schule einführen.

Wo: Akademie deutsch-italienischer Studien; Franz-Innerhofer-Straße 1, Meran
Wann: Donnerstag, 31. Mai 2018, ab 16.00 Uhr; Freitag, 1. Juni 2018, ab 9.00 Uhr

Das vorläufige Programm (vorbehaltlich allfälliger Änderungen) als Download.

 


 

Neuerscheinung:
Ein Bürger unter Bauern?
Michael Pfurtscheller und das Stubaital 1750-1850

Es waren große Veränderungen und Entwicklungen, die den hundert Jahren zwischen 1750 und 1850 den Namen klingenden Namen „Sattelzeit“ einbrachten. Und diese ereigneten sich – so hat es fast manchmal den Anschein, ausschließlich im Ballhaus und auf den Straßen von Paris, im Wiener Kaffeehaus, auf den Feldern um Leipzig, im Hafen von Boston oder in den Industrieregionen Englands. Und in einem Tiroler Alpental? Auch hier stand man nicht teilnahmslos am Rand einer Geschichte, die sich anderswo abspielte, behauptet ZEG-Mitglied Michael Span, der mit diesem Buch eine leicht überarbeitete Version seiner Dissertation vorlegt. Am Gerüst der Biografie des Metallwarenverlegers, Händlers und Wirtes Michael Pfurtscheller (1776-1854) montiert er die Geschichte einer ländlichen Gesellschaft an der Schwelle zur Moderne.

Michael Span,
Ein Bürger unter Bauern?
Michael Pfurtscheller und das Stubaital 1750-1850,
Wien-Köln-Weimar 2017,
Böhlau, 470 S.

 


 

Neuerscheinung:
Vormärz – Eine Geteilte Geschichte Trentino-Tirols/Una storia condivisa Trentino-Tirolese

Der Vormärz führt in der Tiroler Geschichtsschreibung ein Schattendasein. Zu hell strahlen die „historischen Highlights“ rund um das Jahr 1809 auf der einen Seite, rund um das Revolutionsjahr 1848 auf der anderen. Dabei waren die Jahre zwischen Wiener Kongress und Revolution auch für Tirol prägend und spannend zugleich. Dieser von Francesca Brunet und Florian Huber herausgegebene Sammelband ist aus einer Tagung im Dezember 2014 hervorgegangen, die versucht hat, sich anhand der Vormärzjahre einer neuen Regionalgeschichtsschreibung anzunähern. Die auf Deutsch und Italienisch verfassten Beiträge (mit Zusammenfassung in der jeweils zweiten Sprache) behandeln also theoretische und methodische Probleme der Regionalgeschichte von Grenzregionen im Allgemeinen sowie neue, spannende Zugänge zum Tiroler Vormärz. Die Autorinnen und Autoren: Francesca Brunet, Florian Huber, Stephanie Schlesier, Isabella Consolati, Mauro Nequirito, Marco Bellabarba, Ellinor Forster, Tommaso Mariotti, Margareth Lanzinger, Marcello Bonazza, Michael Span, Mirko Saltori, Marco Meriggi.

Francesca Brunet, Florian Huber (Hg./a cura di),
Vormärz
Eine Geteilte Geschichte Trentino-Tirols/Una storia condivisa Trentino-Tirolese,
Innsbruck 2017,
Wagner, 272 S.

 


 

Neues Forschungsprojekt:
Lesen im Alpental

Schon seit Anfang des Jahres läuft das vom FWF (Fonds zur Förderung wissenschaftlicher Forschung – http://www.fwf.ac.at/) mit 337.780,38 € geförderte Forschungsprojekt „Reading in the Alps – Book ownership in Tyrol 1750-1850“.  Im Rahmen dieses auf drei Jahre angelegten Projekts wird in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Geschichtswissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck und dem Austrian Center für Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften dem privaten Buchbesitz und den Lesegewohnheiten im katholisch dominierten Alpenraum auf den Grund gegangen. Als Untersuchungsregion dient dabei das Südtiroler Pustertal.

Und das ZEG hat wesentlichen Anteil daran: So konnte sich Michael Span im Rahmen seiner Tätigkeit für das ZEG unter anderem auch der Tüftelei am letztlich erfolgreichen Projektantrag widmen – ganz im Sinne eines der Hauptziele des ZEG, nämlich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Erforschung der Geschichte der Region. Zudem fungiert ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl als Projektleiterin.

An dieser Stelle wird künftig über Neuigkeiten aus dem Projekt berichtet werden. Einstweilen einmal der Verweis auf die Webseite des Projekts, die auch die Daten einer kleineren Pilotstudie von Michael Span und Peter Andorfer zum privaten Buchbesitz im Stubaital – einen ausführlichen Aufsatz dazu gibt es in Band 80 der Zeitschrift Tiroler Heimat.
Schauen Sie sich an, welche Bücher vor rund 250 Jahren in Tiroler Stuben standen:
https://rita.acdh.oeaw.ac.at

Ein Bericht über das Projekt aus der Tageszeitung Der Standard:
http://derstandard.at/2000058824399/Katholische-Erbauungsliteratur-Fruehe-Bestseller-in-der-Bauernstube


 

Neuerscheinung/Buchpräsentation:
Das Zillertal.
„so sehr durchkreuzet und vermischt“
Geschichten von 1750–1816

Erst seit 1816 gehört das Zillertal als Ganzes zu Tirol. Ellinor Forster und Bernhard Mertelseder haben anlässlich des diesjährigen Jubiläums Grenzgeschichten aus dem Zillertal gesammelt; aus einer Zeit, als die Grenze zwischen tirolerischen und salzburgischen Territorien zum Teil mitten durch die Dörfer ging. Dass diese Situation für Konflikte sorgte, ist wenig verwunderlich. In diesem Buch werden sie anschaulich und unterhaltsam, und dennoch auf hohem wissenschaftlichen Niveau nachgezeichnet.
Vermittelt und realisiert mit Unterstützung des ZEG (Zentrum für Erinnerungskultur und Geschichtsforschung), herausgegeben vom Planungsverband Zillertal bzw. den Gemeinden des Tales.


Ellinor Forster, Bernhard Mertelseder, Das Zillertal. „so sehr durchkreuzet und vermischt“
Geschichten von 1750–1816.

Erhältlich ist das Buch über den Planungsverband Zillertal.

 


 

„Nachts hörten wir Hyänen und Schakale heulen.“
Das Tagebuch eines Südtirolers aus dem Italienisch-Abessinischen Krieg 1935-1936

1935 wurde ein Südtiroler Bauernsohn als Bersagliere nach Abessinien eingeschifft. Er war mitten drin im faschistischen Eroberungskrieg, den Italien entfesselte und mit bis dahin kaum gekannter Brutalität führte, erzählt von Leichenhaufen, heulenden Hyänen und Pastasciutta…
Markus Wurzer hat das Tagebuch dieses jungen Mannes aus der Gegend von Sterzing aufbereitet, kommentiert und kontextualisiert. Das Ergebnis seiner Arbeit ist nun als Band der vom Zentrum für Erinnerungskultur und Geschichtsforschung herausgegebenen Reihe „Erfahren-Erinnern-Bewahren“ erschienen.
Ein seltenes Stück Geschichte, gründlich aufbereitet und mit beeindruckenden Fotografien ergänzt.


Markus Wurzer, „Nachts hörten wir Hyänen und Schakale heulen.“ Das Tagebuch eines Südtirolers aus dem Italienisch-Abessinischen Krieg 1935-1936,
Innsbruck 2016
Universitätsverlag Wagner, 164 S.

Markus Wurzer über seine Arbeit auf science.orf.at.

 


 

Neuerscheinungen:
Die Thun-Hohenstein’schen Universitätsreformen 1849-1860
Konzeption – Umsetzung – Nachwirkungen

Dieser Sammelband ist aus dem von Brigitte Mazohl geleiteten Projekt zur Edition der Korrespondenz von Leo Thun-Hohenstein hervorgegangen ist. Im Zentrum des Bandes stehen die Reformen der österreichischen Universitäten unter Leo Thun. Das Buch widmet sich in 14 Aufsätzen der Planung, Umsetzung und Wahrnehmung der Universitätsreformen. Die Autorinnen und Autoren des Bandes benützen dabei auch Quellen aus der nunmehr vorliegenden digitalen Edition der Korrespondenz von Leo Thun.

Christof Aichner, Brigitte Mazohl (Hg.),
Die Thun-Hohenstein’schen Universitätsreformen 1849-1860
Konzeption – Umsetzung – Nachwirkungen (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs 115),
Wien 2017,
Böhlau, 424 S.


Am Rande der großen Politik
Italien und der Alpenraum beim Wiener Kongress


Ein weiterer Sammelband, herausgegeben von Brigitte Mazohl, Karin Schneider und Eva Maria Werner, beschäftigt sich mit dem Wiener Kongress. „Am Rande der großen Politik“ befanden sich dabei auch Italien und der Alpenraum auf der Agenda, denn die territoriale Neugestaltung nach den Umwälzungen der Napoleonischen Zeit und die zukünftige Verfasstheit der dort befindlichen Staaten mussten ebenfalls im Rahmen der Kongressverhandlungen gelöst werden. Diese Verhandlungen, ihre Vorgeschichte, ihre Auswirkungen und ihre zeitgenössischen Kontexte stehen im Fokus dieses Bandes, der Schlaglichter auf bisher wenig beachtete Themenfelder rund um den Wiener Kongress wirft.

Brigitte Mazohl, Karin Schneider, Eva Maria Werner (Hg.),
Am Rande der großen Politik
Italien und der Alpenraum beim Wiener Kongress,
Innsbruck 2017,
Innsbruck University Press, 274 S.

 


 

Neuerscheinung:
Arm – krank – „blödsinnig“?
Dörfliche Versorgungsräume im 19. Jahrhundert

Alexander Piff ist seit Anfang März 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter des ZEG. Zum Einstand hat er gleich einmal eine Publikation mitgebracht. In der Zeitschrift Österreich in Geschichte und Literatur (ÖGL 60 (2016), Heft 4) hat er sich mit der Armen-, Alters- und Krankenversorgung im Dorf im 19. Jahrhundert beschäftigt. Dazu hat er das Armenhaus der Tiroler Gemeinde Götzens in den Blick genommen. Seinen detaillierten Beitrag mit dem Titel Arm – krank – „blödsinnig“? Dörfliche Versorgungsräume im 19. Jahrhundert gibt es hier zum Downloaden.

 


 

Online-Datenbank
„Tote Tiroler“


Peter Andorfer, langjähriger ZEG-Mitarbeiter und nunmehr am Austrian Center for Digital Humanities (ACDH) der ÖAW, ist in seiner Diplomarbeit der Frage nachgegangen, wie viele Tiroler im Rahmen der Kampfhandlungen des Aufstandes 1809 gefallen sind. Er hat also dort weitergeforscht, wo Hans Kramer 1940 aufgehört hat.
Ein vorläufiges Ergebnis seiner Recherchen ist ein Verzeichnis von 971 „toten Tirolern“, untergliedert nach Namen, Geburtsort, Landgerichtszugehörigkeit, Beruf, Todeszeitpunkt, -ort und -ursache. Und dieses ist nun hier kostenlos und bequem für jede/n zugänglich.
Hinweis: Es handelt sich bei der verlinkten Webseite um ein Stück „work in progress“, die Datenbank befindet sich noch im Aufbau. Fragen, Wünsche, Anregungen und Beschwerden sind erwünscht, so Peter Andorfer.