Aktuelles

Tagung
1813–1816
Das Land in der Schwebe
Die Konstruktion des Landes Tirol


Die Società di Studi Trentini di Scienze Storiche lädt in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Universität Bozen / Centro di cometenza Storia regionale della Università di Bolzano und der Soprintendenza per i Beni culturali della Provincia autonoma di Trento (Uffici beni archivistici, librari e Archivia provinciale) nach Trento:
Die Jahre von 1813 bis 1816 waren im deutsch- wie im italienischsprachigen Teil Tirols von offenen Möglichkeiten und vielen Erwartungen geprägt, gewissermaßen eine Zeit „in der Schwebe“. Im Herbst 1813 ging eine traumatische Periode der permanenten Regierungswechsel, der Aufstände, der Kriege und der kostspieligen Truppendurchmärsche zu Ende. Sie hinterließ eine Reihe offener Fragen: Wie das zukünftige politische Gefüge der ehemaligen Grafschaft Tirol und der Gebiete der Fürstbistümer Trient und Brixen aussehen und ob sie zu einem Kronlad zusammengefügt werden sollten, welche bayerischen und italienischen Reformen übernommen und welche abgeschafft werden sollten, war alles andere als klar absehbar und entschieden.
Die Tagung will diese Zeit der Ungewissheit in den Blick nehmen, ihre Wahrnehmung in der Region und ihr Erbe analysieren.

– und das mit ZEG-Beteiligung:
Brigitte Mazohl: Völkerschlacht und „Alpenbund“: Österreich und Tirol 1813 / Tra Lipsia e „Lega alpina“: Austria e Tirolo, 1813
Ellinor Forster: Andreas Alois Dipauli als Akteur und Beobachter der Übergangsjahre 1813–1816 in Tirol / Andreas Alois Dipauli, attore e osservatore degli anni die transizione 1813–1816 in Tirolo
Michael Span: Die Übergangsjahre 1813–1816 aus der (Mikro-) Perspektive des Stubaitales / Gli anni di transizione 1813–1816 dalla (micro)prospettiva dello Stubaital
Gunda Barth-Scalmani wird im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion helfen, über den Tiroler Tellerrand hinauszublicken und sich mit Salzburg als Land „in der Schwebe“ beschäftigen.

Ort: Aula grande della Fondazione Bruno Kessler, Via Santa Croce 77, Trento
Zeit: 9. bis 11. Juni 2016

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Neuerscheinung:
Translating War.
Der Erste Weltkrieg und seine kulturelle Verarbeitung


Am 11. Dezember 2014 widmete sich eine Klassensitzung der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der übrigens ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl als Präsidentin vorsitzt, der kulturellen Verarbeitung des Ersten Weltkrieges. In der nun erschienenen Broschüre finden sich die fünf zu diesem Anlass präsentierten Referate von Michael Rössner, Aage A. Hansen-Löve, Stefan Schmidl, Werner Telesko und Matthias Karmasin, die sich aus jeweils der Perspektive Ihrer Disziplinen – von der Literaturgeschichte über Slawistik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaft – des Themas angenommen haben. Abgerundet wird die Publikation durch einen Kommentar des Amerikanisten Waldemar Zacharasiewicz.
Eine Annäherung an das “unerschöpfliche Forschungsfeld” Erinnerungskultur, wie es im Vorwort heißt…

Brigitte Mazohl (Hg.),
Translating War. Der Erste Weltkrieg und seine kulturelle Verarbeitung
(Forschung und Gesellschaft 9),
Wien 2016,
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 62 S.

 


 

Tagung
14/18 – Die Schweiz und der Erste Weltkrieg


Der Erste Weltkrieg wird als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. In ganz Europa existieren aufgrund der tiefen Zäsur spezifische Erinnerungen an die Kriegsjahre. Diese Erinnerungen formten sich nach Kriegsende zu identitätsstiftenden Erinnerungskulturen auch der neutralen Staaten. Heute stehen die verschiedenen nationalen und regionalen Erzählungen teilweise im Widerspruch zu den Narrativen der europäischen Integration. Die wissenschaftliche Tagung findet im Rahmen der Sonderausstellung «14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg» (15. April bis 23. Oktober 2016) statt.
Am 16. September spricht Hermann Kuprian, ZEG-Vorstandsmitglied und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre des Instituts für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck, über «Die (geschichts-)politische und  erinnerungs-kulturelle Deutung des Ersten Weltkriegs in der historischen Region Tirol nach 1918».

Ort: Historisches Museum Thurgau, Altes Zeughaus Frauenfeld
Zeit: 15. und 16. September 2016

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Vortrag

Zögerliche Männer und kämpferische Frauen
Verkehrte Geschlechterverhältnisse in Tirol?


Ellinor Forster, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck, über die Ausbildung der modernen Geschlechterrollen im Tirol des 19. Jahrhunderts.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe „1816-1916: Von Andreas Hofer bis Kaiser Franz Joseph: Die Entstehung und der Niedergang des modernen Tirol” des Studiums Generale der Freien Universität Bozen, organisiert vom Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte.

Ort: Hörsaal D 102, Freie Universität Bozen, Universitätsplatz 1, Bozen/Bolzano
Zeit: 1. April 2016, 17.00 Uhr

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Tagung
Soziale Ordnung im Raum
Konstruktion – Veränderung – Wahrnehmung
in historischen Kontexten


Eine von Ellinor Forster (Universität Innsbruck & Schlesische Universität Opava) organisierte internationale und interdisziplinäre Tagung, unter anderem mit dem Ziel, durch Einbeziehung der Raumdimension eine weitere Ebene zur Beschreibung und Erklärung von sich verändernden sozialen Ordnungen zu gewinnen – indem etwa danach gefragt wird, wie sich im Raum vorgenommene Umordnungen auswirkten. Ausgehend von der Überlegung, dass Menschen dadurch beeinflusst werden, was sie direkt vor sich sehen sowie körperlich ausführen und erfahren, stehen – in der Definition von Rudolf Schlögl (2004) – architektonisch-mani-festierte und ephemere Räume im Zentrum. Doch kann darüber hinaus auch der virtuelle Raum miteinbezogen und danach gefragt werden, wie sich vorgestellte Räume veränderten.

Ort: Opava (CZ)
Zeit: 5. bis 7. Mai 2016

Das Programm als PDF

 


Online-Datenbank
“Tote Tiroler”


Peter Andorfer, langjähriger ZEG-Mitarbeiter und nunmehr am Austrian Center for Digital Humanities (ACDH) der ÖAW, ist in seiner Diplomarbeit der Frage nachgegangen, wie viele Tiroler im Rahmen der Kampfhandlungen des Aufstandes 1809 gefallen sind. Er hat also dort weitergeforscht, wo Hans Kramer 1940 aufgehört hat.
Ein vorläufiges Ergebnis seiner Recherchen ist ein Verzeichnis von 971 “toten Tirolern”, untergliedert nach Namen, Geburtsort, Landgerichtszugehörigkeit, Beruf, Todeszeitpunkt, -ort und -ursache. Und dieses ist nun hier kostenlos und bequem für jede/n zugänglich.
Hinweis: Es handelt sich bei der verlinkten Webseite um ein Stück “work in progress”, die Datenbank befindet sich noch im Aufbau. Fragen, Wünsche, Anregungen und Beschwerden sind erwünscht, so Peter Andorfer.

 


Neuerscheinung
Geschichte Österreichs


Christian Lackner / Brigitte Mazohl / Oliver Rathkolb / Thomas Winkelbauer,
Geschichte Österreichs, hg. v. Thomas Winkelbauer,
Stuttgart 2015
Reclam, 647 S.

 Aus der Beschreibung des Verlages:
»In dieser Geschichte Österreichs schreiben fünf Spezialisten, allesamt Professoren an den Universitäten Wien und Innsbruck, über die großen Epochen und Zäsuren in Österreichs Geschichte.
Am Anfang steht ein Blick in die Zeit der Römer in Österreich und ins Frühmittelalter. Der Aufstieg der Habsburgermonarchie zu einer europäischen Großmacht, die Herrschaft Maximilian I., der Siebenjährige Krieg, der Niedergang des Hauses Habsburg nach dem Ersten Weltkrieg, die kurze demokratische Phase der Ersten Republik, die Jahre des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus mit dem »Anschluss« Österreichs an Deutschland, die Entwicklung der Zweiten Republik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – all diese historischen Ereignisse und Prozesse werden jeweils mit einem kurzen Epochenüberblick skizziert und anschließend ausführlich analysiert.
Eine so fundierte Geschichte Österreichs hat es lange nicht mehr gegeben.«

 


“Ich verfluchte Gott und den Teufel…”
Tiroler Gesichter der Katastrophenjahre des Ersten Weltkriegs

Dem “Krieg ein Gesicht” geben, zumindest Einzelne aus der Anonymität der betroffenen Massen hervorholen. Das wollen Bernhard Mertelseder und Michael Forcher mit ihrem bei Haymon erschienenen Band “Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol 1914-1918″. Gemeinsam mit mehreren Co-Autorinnen und -Autoren haben sie Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs aus Tirol, Südtirol und dem Trentino aufbereitet, die sich nicht in Archiven finden, sondern in Familienalben, auf Dachböden, in Ortschroniken…
“Geschichte von unten”, anschaulich aufbereitet:


Michael Forcher / Bernhard Mertelseder (Hg.), Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol
1914-1918, Innsbruck-Wien 2015
Haymon, 304 S.