Aktuelles

 

Ringvorlesung
Reformation – Konfessionskulturen – Räume


Anlässlich des Refomationsjubiläums im Jahr 2017 veranstalten das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie und die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck – namentlich Gunda Barth Scalmani, Stefan Ehrenpreis und Reinhard Meßner – im Wintersemester 2016/17 diese interdisziplinär und international besetzte Ringvorlesung.
Nach eröffnenden Vorträgen über den Reformator Martin Luther und die Reformation als gesamteuropäisches Ereignis sollen in einer ersten Sektion verschiedene Räume der reformatorischen Bewegung (Alttirol, Oberitalien, Ungarn, Siebenbürgen, Slowenien etc.) – und in ihnen die Diversität der Bewegung selbst – in den Blick genommen werden.
Eine zweite Gruppe von Vorträgen wird die Formierung der Konfessionskulturen vorstellen und – in Erweiterung des Konfessionalisierungsparadigmas – die religiösen, sozialen, mentalen, lebensweltlichen Spezifika der verschiedenen Konfessionschristentümer  analysieren, wie sie sich nach der Reformation und nach dem Konzil von Trient herausgebildet haben.
In einem dritten Schritt sollen schließlich die langfristigen Wirkungen und Transformationen der Reformation in den modernen Gesellschaften des 19. und 20. Jahrhunderts und die bis heute prägenden Faktoren im ökumenischen Gespräch der Gegenwart thematisiert werden.

Ort: Hörsaal 1, Theologische Fakultät, Karl-Rahner-Platz 3, Innsbruck
Zeit: jeweils donnerstags von 18.00 bis 19.30 statt, Start ist am 6.Oktober

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Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte
Colloqui bolzanini di storia regionale


“Geschichte und Region” lädt alle Interessierten herzlich zu den Bozner Gesprächen zur Regionalgeschichte ein, der internationalen Nachwuchstagung zum ‘state of the art’ der europäischen Regionalgeschichte. ZEG-Vorstandsmitglied Ellinor Forster ist ebenfalls mit von der Partie und übernimmt den Vorsitz des Panels “Region als Verwaltungs- und Herrschaftsraum” (Freitag, 16. Sept.). Die Sprachen der Veranstaltung sind Deutsch und Italienisch, es wird simultan gedolmetscht.
Ort: Kolpinghaus Bozen
Zeit: 15. bis 17. September 2016

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Neuerscheinung:
Translating War.
Der Erste Weltkrieg und seine kulturelle Verarbeitung


Am 11. Dezember 2014 widmete sich eine Klassensitzung der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der übrigens ZEG-Obfrau Brigitte Mazohl als Präsidentin vorsitzt, der kulturellen Verarbeitung des Ersten Weltkrieges. In der nun erschienenen Broschüre finden sich die fünf zu diesem Anlass präsentierten Referate von Michael Rössner, Aage A. Hansen-Löve, Stefan Schmidl, Werner Telesko und Matthias Karmasin, die sich aus jeweils der Perspektive Ihrer Disziplinen – von der Literaturgeschichte über Slawistik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaft – des Themas angenommen haben. Abgerundet wird die Publikation durch einen Kommentar des Amerikanisten Waldemar Zacharasiewicz.
Eine Annäherung an das “unerschöpfliche Forschungsfeld” Erinnerungskultur, wie es im Vorwort heißt…

Brigitte Mazohl (Hg.),
Translating War. Der Erste Weltkrieg und seine kulturelle Verarbeitung
(Forschung und Gesellschaft 9),
Wien 2016,
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 62 S.

 


 

Tagung
14/18 – Die Schweiz und der Erste Weltkrieg


Der Erste Weltkrieg wird als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. In ganz Europa existieren aufgrund der tiefen Zäsur spezifische Erinnerungen an die Kriegsjahre. Diese Erinnerungen formten sich nach Kriegsende zu identitätsstiftenden Erinnerungskulturen auch der neutralen Staaten. Heute stehen die verschiedenen nationalen und regionalen Erzählungen teilweise im Widerspruch zu den Narrativen der europäischen Integration. Die wissenschaftliche Tagung findet im Rahmen der Sonderausstellung «14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg» (15. April bis 23. Oktober 2016) statt.
Am 16. September spricht Hermann Kuprian, ZEG-Vorstandsmitglied und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre des Instituts für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck, über «Die (geschichts-)politische und  erinnerungs-kulturelle Deutung des Ersten Weltkriegs in der historischen Region Tirol nach 1918».

Ort: Historisches Museum Thurgau, Altes Zeughaus Frauenfeld
Zeit: 15. und 16. September 2016

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Online-Datenbank
“Tote Tiroler”


Peter Andorfer, langjähriger ZEG-Mitarbeiter und nunmehr am Austrian Center for Digital Humanities (ACDH) der ÖAW, ist in seiner Diplomarbeit der Frage nachgegangen, wie viele Tiroler im Rahmen der Kampfhandlungen des Aufstandes 1809 gefallen sind. Er hat also dort weitergeforscht, wo Hans Kramer 1940 aufgehört hat.
Ein vorläufiges Ergebnis seiner Recherchen ist ein Verzeichnis von 971 “toten Tirolern”, untergliedert nach Namen, Geburtsort, Landgerichtszugehörigkeit, Beruf, Todeszeitpunkt, -ort und -ursache. Und dieses ist nun hier kostenlos und bequem für jede/n zugänglich.
Hinweis: Es handelt sich bei der verlinkten Webseite um ein Stück “work in progress”, die Datenbank befindet sich noch im Aufbau. Fragen, Wünsche, Anregungen und Beschwerden sind erwünscht, so Peter Andorfer.

 


Neuerscheinung
Geschichte Österreichs


Christian Lackner / Brigitte Mazohl / Oliver Rathkolb / Thomas Winkelbauer,
Geschichte Österreichs, hg. v. Thomas Winkelbauer,
Stuttgart 2015
Reclam, 647 S.

 Aus der Beschreibung des Verlages:
»In dieser Geschichte Österreichs schreiben fünf Spezialisten, allesamt Professoren an den Universitäten Wien und Innsbruck, über die großen Epochen und Zäsuren in Österreichs Geschichte.
Am Anfang steht ein Blick in die Zeit der Römer in Österreich und ins Frühmittelalter. Der Aufstieg der Habsburgermonarchie zu einer europäischen Großmacht, die Herrschaft Maximilian I., der Siebenjährige Krieg, der Niedergang des Hauses Habsburg nach dem Ersten Weltkrieg, die kurze demokratische Phase der Ersten Republik, die Jahre des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus mit dem »Anschluss« Österreichs an Deutschland, die Entwicklung der Zweiten Republik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – all diese historischen Ereignisse und Prozesse werden jeweils mit einem kurzen Epochenüberblick skizziert und anschließend ausführlich analysiert.
Eine so fundierte Geschichte Österreichs hat es lange nicht mehr gegeben.«

 


“Ich verfluchte Gott und den Teufel…”
Tiroler Gesichter der Katastrophenjahre des Ersten Weltkriegs

Dem “Krieg ein Gesicht” geben, zumindest Einzelne aus der Anonymität der betroffenen Massen hervorholen. Das wollen Bernhard Mertelseder und Michael Forcher mit ihrem bei Haymon erschienenen Band “Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol 1914-1918″. Gemeinsam mit mehreren Co-Autorinnen und -Autoren haben sie Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs aus Tirol, Südtirol und dem Trentino aufbereitet, die sich nicht in Archiven finden, sondern in Familienalben, auf Dachböden, in Ortschroniken…
“Geschichte von unten”, anschaulich aufbereitet:


Michael Forcher / Bernhard Mertelseder (Hg.), Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol
1914-1918, Innsbruck-Wien 2015
Haymon, 304 S.