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Ich thate zwar was ich konnte, fährt der Brief fort, allein
unsere Rettung ist nur ein Wunder – ein Werk des Himmels
– menschlicher Weise wäre es nie möglich gewesen. Aber
ich bitte, kommen Sie nur bald uns zu Hilfe – eilen Sie
so viel Sie können – alles wartet mit gespannten Herzen
und wünscht nur einmal Euer Kaiserliche Hochheit zu
sehen und in unserer Mitte zu haben – jedes Tiroler Herz
lebt und schlägt nur für das oestereichische Kaiserhaus.
…
In getröster Hofnung Euer Kais. Hochheit bald zu sehen
gebleibe ich.
Innsbruck d(en) 4t(en) 8ber 1809. (zit. nach: Oberhofer, Weltbild, S.
468)
Während diese Zeilen
vermutlich vom Adjutanten Hofers, Matthias Purtscher,
formuliert und niedergeschrieben worden waren, stammt
die den Brief abschließende Unterschrift danckh
schuldigster Andere Hofer aus der Feder Hofers.
Lesen und Schreiben
erlernte der 1767 geborene Hofer vermutlich zwischen
1774 und 1780 in der Volksschule in St. Leonhard. Seine
Schreibkompetenzen dürfen dabei in erster Linie als
zweckmäßig beschrieben werden. Dazu Andreas Oberhofer,
der in seinem 2009 erschienen Buch „Weltbild eines
‚Helden‘. Andreas Hofers schriftliche
Hinterlassenschaften“ Hofers schriftlichen Nachlass
veröffentlichte:
Was zeichnet nun Hofers Schrift aus? Auf den ersten
Blick fällt ein äußerst unharmonisches, unruhiges
Schriftbild auf, das sehr impulsiv scheint; die Schrift
weist größtenteils eine leichte Rechtsneigung auf, viele
Buchstaben werden neu angesetzt, ein fortlaufender Zug
der Feder ist kaum gegeben.….
Rechtschreibung und Grammatik spielen überhaupt keine
Rolle, Hofer scheint einfach die gesprochene Sprache
buchstabengetreu verschriftlicht zu haben.
(Oberhofer, Weltbild, S. 72.)
Auch wenn historische
Dokumente nicht nach unserem Verständnis von einer
zwingend verbindlichen Rechtsschreibung beurteilt werden
dürfen, so fallen Hofers Briefe doch auch im Vergleich
zu zeitgenössischen Dokumenten etwas aus dem Rahmen.
Dementsprechend schwer gestaltet sich daher heute die
Lektüre der von Hofer selbst formulierten und
niedergeschriebenen Texte, wie beispielsweise dieser
Brief vom 2. Mai 1809, ebenfalls an Erzherzog Johann
gerichtet:
An Eiro khenig liche hoch heit
alles habe ich verder mallen schreiben lassen wisß auf
das
von die, so sich Vo lant diroll, in der aller größter
gefahr stehe Entten den lantß verlasser wölliche sie zu
for haben, selbst, vnd durch schlecht denckhet Berßonen,
zu großen stöllen Ehr höchert haben
werden nimer leicht angenommen werden, in unserern lant,
wiss ötban auf den frischmann vund nösing, der deimer,
wan Ehr in öster Riech nicht Ehr schossen wirth, so Pald
Ehr for findig wirth Ehr Vo mir, oder anderen guetten
lantßver deidiger, auf der stöll derschossen, warum
werden ich mindlich für Bringen, wann mir gott das leben
schenckhen Thuet.
ich werde warheiten for dragen, das sich Eiro khenig
liche hoch heit ver wunder(en) wirth, so wohl Vo milli
der als Vo vnseeren diroller(en)
Auf Richtiger Andere Hofer ober Comen dant in dirolln
sie leben in schuz des aller högsten das ist mein gruess
die Erste schrifft wirth sein Ein gehend vo for adler
Perger
störzing den 2 d M 1809.
(zit. nach: Oberhofer, Weltbild, S. 359.)
Peter Andorfer
Quellen und Literatur:
- Andreas Oberhofer, Weltbild eines „Helden“. Andreas
Hofers schriftliche Hinterlassenschaft (Schlern
Schriften 342), Innsbruck 2009.
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