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Die Bauern brannten die in der
dortigen Gegend über den Eisack führende Brücke ab und
erschwerten dadurch den sächsischen Truppen das
Vorrücken gegen Brixen. Mit jeder Stunde vermehrte sich
die Anzahl der Bauern. Schnell war die sächsische
Kolonne von den Bauern umgangen und von der übrigen
Armee abgeschnitten. Auf ein gegebenes Zeichen wurden
ganze Felsenmassen selbst von Weibern auf die Soldaten
herabgerollt, ganze Züge samt Pferden und Kanonen
zerquetscht, vernichtet und unter dem Schutte begraben
und die übrige ganze Truppe von den Bauern gefangen.
(Erinnerungen Daney, zit. nach Blaas, 162f.)
Die Beteiligung von Frauen am Aufstand
von 1809 wurde zum Teil an prominenter Stelle erwähnt
und in ähnlicher Weise auch bildlich dargestellt. Das
Vorbereiten und Abwerfen der Gerölllawinen in der
Sachsenklemme ist ein Beispiel dafür. Wenn man auch
davon ausgehen kann, dass Frauen an verschiedenen Orten
des Aufstandes mit dabei waren, so ist Vorsicht geboten,
wenn ihre Beteiligung in besonderem Maß herausgehoben
wird. Innerhalb des Landes dienten solche Erwähnungen
häufig zur Motivation der männlichen Bevölkerung. Indem
man ihnen vor Augen hielt, dass selbst Frauen so
tatkräftig mitkämpfen würden, wollte man sie besonders
anspornen. Ähnliche Schilderungen finden sich auch in
Briefen und auf Bildern aus bayerischer Hand. Hier
hatten solche Erwähnungen den Zweck der Rechtfertigung:
In einem Land, in dem selbst die Frauen so tapfer und
mutig seien, könne es nicht verwundern, wenn man gegen
die Bevölkerung nicht auf Dauer erfolgreich vorgehen
könne.
Ellinor
Forster
Quellen und Literatur
- Mercedes Blaas (Hg.), Der Aufstand der
Tiroler gegen die bayerische Regierung 1809 nach den
Aufzeichnungen des Zeitgenossen Josef Daney (Schlern-Schriften
328), Innsbruck 2005.
- Martin
P. Schennach, Revolte in der Region. Zur Tiroler
Erhebung von 1809 (Veröffentlichungen des Landesarchivs
16), Innsbruck 2009.
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