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Der Aufruf Utzschneiders war
offensichtlich auf Veranlassung der bayerischen
Regierung erfolgt. Er bot darin den Tirolern volle
Amnestie, Unterstützung der durch Brand und Plünderung
geschädigten Bevölkerung, eine Untersuchung der
Beschwerden der Tiroler, vor allem gegen die Beamten und
deren Benehmen, die Garantie der bestehenden Klöster und
Gewährung der gerechten Forderungen der Geistlichkeit,
Erleichterung der Abgaben und der militärischen
Konkskription. Abschließend wurden die Tiroler
eingeladen, eine Deputation zu schicken, um mit
bayerischen Kommissären einen Ausgleich zu schließen.
Es ist nicht klar, ob Martin Teimer den
Vorschlag, sich am 14. Juli mit Utzschneider zu treffen,
ernst meinte oder ob er damit eine Täuschung
beabsichtigte. Auf bayerischer Seite begann man jedoch
bereits, sich auf dieses Treffen vorzubereiten. Der
französische Gesandte in München Ludwig Wilhelm Otto
Graf von Mosloy holte in Paris Weisungen ein für den
Fall, dass die Deputierten von Tirol die
Wiederherstellung der alten Ständeverfassung wollten.
Der österreichische Intendant Joseph von
Hormayr erteilte einem solchen Angebot jedoch sofort
eine klare Absage – jede Verhandlung mit Bayern hätte
Verrat an Österreich bedeutet. Um zu verhindern, dass
sich etwa Tirol ohne den Willen Österreichs mit Bayern
einigte, wozu es aufgrund der aktuellen Lage durchaus
geneigt sein könnte, wurden Verkündigungen von Erlässen
bayerischer Behörden unter Todesstrafe verboten.
Ellinor
Forster
Quellen und Literatur
- Hans von Voltelini, Forschungen und
Beiträge zur Geschichte des Tiroler Aufstandes im Jahre
1809, Gotha 1909.
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