Der Erste Weltkrieg hat für Tirol verschiedene Konnotationen. Das Kämpfen an der Ostfront
brachte man mit dem Bruch alter – jedoch seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr existierenden –
"Freiheiten und Privilegien" in Verbindung. Als Italien – nur für
den Angriffsfall dem Dreibund verpflichtet – im Mai 1915 Österreich
den Krieg erklärte, wurde dies als unrechtmäßig empfunden.
Schließlich wirkt die Teilung Tirols entlang der Brennerlinie 1919 bis heute auf das Selbstverständnis der verschiedenen Teile Tirols.
Der Erste
Weltkrieg und insbesondere der Gebirgskrieg bildet einen Schwerpunkt
der wissenschaftlichen Weltkriegsforschung in Tirol. Seit etwa 15
Jahren entstehen vermehrt Diplomarbeiten und Dissertationen rund um
Selbstzeugnisse aus dem Tiroler Raum dieser Zeit.
In
Forschungsprojekten werden die Archivbestände des ZEG aufgearbeitet
und nach der Erinnerungskultur an den "Großen Krieg" gefragt.